Geschüttelt und gerührt
Eheszene
Prahl‘ nicht mit deiner Locken Segen –
du solltest lieber Socken legen.
Tonkunst II
Nicht jeder hat bei Richard Strauss
auf Anhieb die richtige Strichart raus.

Bohrendes Elend
Wenn richtig schmerzt der Backenzahn,
läufst du auf einer Zackenbahn.
Leerstellen
Den Lehrplan ziert nur noch schwüler Schund –
so leicht erklärt sich der Schülerschwund.
Jager vom Wuiderer
Wie sollte meine Wut ich mildern,
seh ich den Sepp so mutig wildern !?
Auf der Alm
Reich ma amoi des Brot, Senn –
Vom Enzian hab ich Sodbrenn’n,
Der Überlebenstrainer
Die Wildnis sei kein Zuckerschlecken –
Im ärgsten Falle schluck‘ er Zecken.
Mutter auf Juist
Du kannst dich nicht mehr bewegen, Kind?
Das liegt bestimmt nur am Gegenwind.

Minnesang I
Ich singe vor meiner Schönen Tür,
auf daß ich die Lust ihr mit Tönen schür’.
Pelzdieb zum Gaunerliebchen
Hier schau, die schöne Nerzstola,
Die wärmt dir deinen Sterz, Nola.
Kurzroman
»Hört den Heidenlärm an!« höhnt’s:
Der Wehrwolf beißt da Hermann Löns.
Highlander
Man sieht den Kilt der Gälen wehen,
Wenn sie den Häuptling wählen gehen.

Im Schlafzimmer
Es heißt, daß unter der Steppdecke
bei uns gar mancher Depp stecke.

Aus der Redoute
Mit dir kommt’s bei der Annenpolka
zu ständig neuen Pannen, Olga.
Unter Göttern
Man hört im Olymp die Hebe nölen:
»Ich hab’ es mit den Nebenhöhlen!«

Ausgewogen
Derweil den Tango die Schicken tanzen,
Haben beim Ländler die Dicken Chancen.
Aus der Renaissance
Der Lautenist sieht’s mit Vorbehalt
Wenn Ihr ihm in die Theorbe fallt!
Der Augenzeuge
Das Mädchen in dem Maxi dort
beging grad einen Taximord …!
Verziehung
»Sechs Richt’je!« jauchzt die Lottofee:
»Macht’s gut, ich bin jetzt fott, olé!«
Für alte 68-er
Eh’r schriebe ich noch ein Manifest,
als daß ich meine Fanny mäst‘ !
Hessische Gastronomie
Entnervt fragt den Kellner der Tempelbauer
Wie lang das wohl noch mit dem Bembel dauer …
Minnesang II
Du weißt nicht, wie ich litt, Maid?
Ach, zeig ein wenig Mitleid!
Der Romantiker
Ich pack meinen Zossen am Zaum und reit’
Mit ihm davon durch Raum und Zeit.
Erfahrungswerte
Der Arzt, bedacht auf des Kindes Wohl,
Erkennt als die Ursach‘ des Darmwindes: Kohl !

Verspieltes Mittelalter
Der Henker schwingt fröhlich sein Fallbeil
Und bietet den Kopf dann als Ball feil.
Beim SecondHandler
Vermeiden Sie eiserne Restposten,
weil die im Nu wie die Pest rosten.

Der Naturfreund
Wie schön, daß unter der Tannen Krone
ich bei vollen Kannen throne!

Schmerzhafte Einkehr
Es hat schon manche Lichtgestalt
Vor Schmerzen, wenn man sie sticht, gelallt.
Beschwerde
Ich glaub, ich krieg die Motten, Schuster!
Ein Lederschuh mit Schottenmuster?
Tonkunst I
Rachmaninoff erklärte vollmundig:
»Ich finde nun mal Moll pfundig!«
