Ethnisches Capriccio

Assai, assai,
Schrie der Massai
Beim zehnten Teller
Hirsebrai.

Sein Freund,
Ein Watussi,
Rauchte Senoussi
Auf der Terrasse
Beim Schlosse Sanssouci.

Und ein Haussa,
Der gar nicht so aussah,
Gab Herero-Küßchen,
Sie wissen schon,
Mit den Nüßchen …

Der Mann hingegen aus Kamerun
Der wollte längst nichts and’res tun
Als einem geeigneten Pygmäen
Zum Ausflug in die Pyrenäen
Einen Ausgeh-Anzug nähen.

Doch weder Watussi,
Der mit der Senoussi,
Noch der Massai
Mit seinem Brai
Hatten Gespure
Für die Haute Couture …

Da kam eine Dame,
Sie kam aus Neu-Delhi,
Sie sprach ziemlich fließend
Kisuaheli –

Sie kam auf die Szene
Und sagte dem Schneider:
Ich heiße Marlene,
Ich liebe Kleider

Und bin auch sonst
Ein williges Madel:
Wenn du was konnst
Mit deiner Nadel,

Du emsiger Mann
aus Kamerun,
Kannst du
In meiner Kammer ruh’n.

Da rief der Massai:
»Assai, assai,«
Sprang auf
von seinem Hirsebrai:
»Ich komme mit,
Dann sind wir drai«.

Und auch der Haussa,
Der gar nicht so aussah,
Kam hurtig gewandt
Herero gerannt:
»Was ist denn mit mir?«
Schon waren es vier …

Nur der Watussi
Mit seiner Senoussi
Blieb auf der Terrasse
Vom Schlosse Sanssouci.

Ihm fehlten zum Stelldichein
Passende Strümpf‘ –
Sie waren nicht rein,
Sonst wären’s jetzt fünf.