Gewagtes von Wagner

Da grient Lohengrin

Lohengrin
hat einen Spleen:
Er will mit Elsa,
die nichts von der Welt sah,
nicht mal bis ins Elsaß zieh’n.

Fragt man ihn,
wozu das dien‘,
erwidert der Ritter
mit wichtiger Mien‘:
Es zerrt‘ ihm das Leben
schon an der Schelde
der Gattin wegen
gehörig am Gelde.

Und in der Fremde
fragt man vergebens
nach freiem Unterhalt des Lebens,
indes die Brabanter dem Lohengrin
aus Dankbarkeit en gros ‘en lieh’n.

 

Parsifals Peinlichkeiten

Im Zaubergarten des bösen Klingsor
kam Parsifal, der tumbe Tor,
sich anfangs recht verloren vor.
Dann aber klang ihm ein Singen ins Ohr,
ob dessen er erst einmal gefror;
dann aber die Selbstbeherrschung verlor,

denn eine große Zahl blühender Maiden
thät ihm einen Willkomm‘ beraiden,
von dem er nicht wußt‘, ob er ihn laiden
oder besser sogleich sollt‘ vermaiden,
um flüchtlings hinfort sich zu stehlen beizaiden,
eh‘ daß sie ihn seines Wamses entklaiden,

ihn wider ein besseres, züchtiges Wollen
einhüllten in düftigen Blütenpollen
und ganz entgegen seinem Wissen
ihm aus ihren Leibern ein Ruhekissen
zu wirken begönnen als wie ein Diwan
auf dem er sich verliegen kann

bis Klingsor, der Arge, der list’ge Magier
ihn gänzlich behexet und bannet allhier,
die Kundry ihm, das elende Weib,
umgarnet den jungen, unschuld’gen Leib
und er, der so reinliche Parsifal
erlebe die peinliche Qual der Wahl
beim Anblick der Maiden in großer Zahl –
auf daß er vergesse die Burg und den Gral.

Doch allzu voreilig freute
sich die verschlagene Meute:
Klingsohr warf mies
mit seinem Spieß,
die andern erstarrten
entsetzt und der Garten
versank mit Getöse.
So geht’s, wenn man böse …