Hausfräuliches
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1.
Kinder, die am Morgen brüllen
Muß mit Haferbrei man füllen;
Brüllen sie den ganzen Tag,
Hilft ein wohlgezielter Schlag
Auf die nackten Hinterbacken:
Dann vergehen diese Macken.
2.
Ist das Bügeleisen heiß,
Bügelt es, wie jeder weiß;
Läßt man’s aber sehr erkalten,
Giebt‘ s beim Bügeln tiefe Falten.
3.
Sind die Fenster ungeputzt,
Nennt zu recht man sie „verschmutzt“;
Sind sie hingegen porentief rein,
Muß die Hausfrau fleißig sein.
4.
Man sollte beim Riechen an älteren Strümpfen
Nicht unbedingt die Nase rümpfen,
Selbst wenn dieselben seit mehreren Wochen
Verhältnismäßig streng gerochen,
Beziehungsweise so gestunken,
Daß mancher Riecher zu Boden gesunken
Und seither das Aroma meidet,
Das leicht den Geist vom Körper scheidet.
Es ist ja nicht der Socken Versagen,
Wenn jemand, der sie zu lange getragen,
Sie auszukochen sich standhaft weigert,
Was ihren Odor ganz ungemein steigert
Und ihnen über kurz oder lang
Nur einen untergeordneten Rang
In der Gesellschaft übrig läßt,
Derweil der Schweißfuß weiter näßt
Und einen Teufel sich drum schert,
Wenn sich der unreine Strumpf beschwert,
Daß der Fuß als der Ursprung der Malaise,
Ihm hinterlassen hat den Käse:
Vergebens verlangt er Gerechtigkeit.
Wie er auch stinkt, wie er auch schreit
Es werden immer die Kleinen verachtet
Mit Füßen getreten, von den Starken geschlachtet
Und niemand nimmt sich ihrer an,
Weil keiner sie wirklich riechen kann.
