Philosophischer Fünfheber
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Herr Fichte saß im Tann mit einem Schlegel;
Er dachte grad: »Was mach ich wohl damit?«
Da nahte sich ihm heimlich G.W. Hegel
Und gab ihm einen recht beherzten Tritt.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Herr Fichte griff den Schlegel mit der Hand,
Nahm Anlauf – und hat flugs mit einem harten,
Präcisen Hieb dem Hegel eins gebrannt.
Der sackte gleich als wie ein Sack zu Boden,
Verlor die Contenance und einen Zahn,
Lag regungslos im modisch-weichen Loden …
Und träumte still, er hätte nichts getan.
Ein Keiler hat die Keilerei genauer
Aus sichrem Abstand staunend angeseh’n:
Er dachte sich sein Teil und schob’n Hauer
Bedächtig vor, um dann nach Haus zu geh’n.
Dort sprach er lang und breit mit seiner Gattin,
Denn die war eine äußerst kluge Frau:
Sie hörte, was er sagte, und sie hat ihn
Darüber aufgeklärt: der Mensch sei eine Sau.
Indessen hatte Hegel von dem Schlegel
Des Fichte sich so peu à peu erholt;
Beschwerlich stand er auf und strich die Segel:
»Nicht, daß der mich ein zweites Mal versohlt!«
Er prüfte seinen Geist und seinen Leib, nix
Erhebliches hat er dabei entdeckt:
Nur, daß das Fehlen seines Schneidezahnstücks
Ihm lästig ist, besonders wenn er bleckt.
Der Keiler ruht derweil bei seiner Bache,
Umringt von seiner braven Frischlingsbrut,
Und kommt zum Fazit der verzwickten Sache:
»Wie gut, wenn man als Schwein nichts Böses tut!«
