Von Hartmanns Haue

Hartmann von Aue
schrieb über Ritter
mal heiter, mal bitter,
dabei stets im Sinne
der höheren Minne
zur edlen Fraue
und von der Haue,
die es gab,
wenn die Mannen
im vollen Trab,
wie reitende Kannen
zusammenkrachten
und derweilen
sich Ehre machten
mit Spieß oder Beilen
sich zu zerteilen
zur Freude der Damen,
die das als Zeichen
der Zuneigung nahmen.

Doch fragte man Hartmann,
den von der Aue,
warum er nur dichte
und nie selbst zuhaue,
dann flüstert‘ er schüchtern:
»Weil ich mich nicht traue …«